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Der Zenettiplatz wird zum Knoten für moderne Mobilität

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Modellquartiere für nachhaltige urbane Elektromobilität in München & Hamburg

Urbanisierung und stetiges Wirtschafts-, Bevölkerungs- und Verkehrswachstum benötigen neue Ideen und Lösungen.
City2Share - ein kooperatives Projekt im Förderprogramm "Erneuerbar Mobil" des BMU - ist ein Projekt der Inzell-Initiative und verbindet in einem völlig neuen Ansatz Multimodalität, urbane Elektromobilität, autonomes Fahren, Sharing, Logistik und die Erhöhung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Mittels Partizipation werden Konzepte und Lösungen und deren Wirkungen gemeinsam mit Bürgern, Anwohnern und Einzelhandel diskutiert und umgesetzt. > mehr

City2Share Arbeitsschwerpunkte

Ziel des Projekts ist eine vielfältige Förderung der Elektromobilität und gleichzeitig die Erprobung lokaler Maßnahmen zur Förderung einer stadtverträglichen Mobilität und Verbesserung der Aufenthaltsqualität in den Quartieren.
Im Rahmen des Projekts sind folgende Arbeitsschwerpunkte von Bedeutung:

Arbeitsschwerpunkt „Technologie“

Autonomes Fahren, Elektromobilität und Carsharing-Services prägen die Vorstellung der Mobilität von morgen und der Stadt der Zukunft, denn diese Dienste bieten große Potentiale für einen ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Individualverkehr in Städten. Während E-Fahrzeuge Schall- und Abgasemissionen, sowie den Bedarf fossiler Rohstoffe reduzieren, trägt Carsharing zur Verringerung der PKW-Dichte im Stadtgebiet bei. Durch autonom operierende Fahrzeuge kann zudem die Effizienz im Straßenverkehr erhöht und als erschwingliches Mobilitätsangebot allen Bevölkerungsgruppen zugänglich gemacht werden.

Durch die technologische Entwicklung können innovative Mobilitätsansätze weiter ausgebaut und effizient miteinander vernetzt werden. E-Car/Bike-Sharing sowie Park- und Routingdienste helfen dabei, den Stadtverkehr zu verringern und somit verträglicher für Mensch und Umwelt zu machen.

Parksuchverkehr ist für 30% Prozent des innerstädtischen Verkehrsaufkommens verantwortlich -meist entsteht Parksuchverkehr durch fehlende Informationen. Im Straßenraum angebrachte Sensoren können freie Parkplätze erfassen, die über eine App angezeigt und somit gezielt angefahren werden können. In den Carsharing-Fahrzeugen verfügbare Park- und Routingdienste können diese Informationen zusätzlich nutzen, um den Parkraumsuchverkehr und somit den Verkehr im Allgemeinen zu verringern.

Durch das optimale Routing reduzieren sich ebenso die Fahrstrecken. Auch E-Autos können auf diese Weise schnell und zielgerichtet freie Ladestationen finden. Der Einsatz von smarten Technologien ermöglicht und vernetzt darüber hinaus neue multimodale Informations- und Zugangssysteme. Auf diese Weise ist es beispielsweise möglich, den ÖPNV gut und effizient mit dem Individualverkehr oder Carsharing-Diensten zu verknüpfen.

Arbeitsschwerpunkt „Bürgerpartizipation“

Sitzen, gehen, fahren, parken, verweilen, genießen, ruhen. Alles braucht seinen Platz, doch Platz ist begrenzt. Wie kann ein Viertel Mobilität so integrieren, dass die Aufenthaltsqualität steigt? Welche Prioritäten setzen Bürgerinnen und Bürger? Wie werden Komfort und Aufenthaltsqualität gewichtet?

Der öffentliche Raum wird durch Münchens starkes Wachstum von vielen Seiten beansprucht. In innerstädtischen Quartieren erreichen die Stadt Forderungen nach mehr Parkplätzen als auch nach mehr Aufenthalts- und Erholungsräumen. Mobilität braucht Raum, egal ob man auf vier Rädern oder auf zwei Beinen unterwegs ist. Deshalb stellt man sich den Fragen: Wie steht Mobilität in Konkurrenz zur anderen Nutzung im öffentlich Raum? Etwa dem des Verweilens oder des sozialen Austauschs? Welche Art Raum wünschen sich die Anwohner und Anwohnerinnen? Welchen Beitrag können Verwaltung, Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger dazu leisten?

Konkret bietet die Landeshauptstadt München hierfür den Zenettiplatz als erstes Testfeld um Mobilität und Stadtgestaltung ganzheitlich zu betrachten und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern weiterzudenken. Erste Ideen und Anregungen der Anwohnerinnen und Anwohner wurden mittels verschiedener Formate wie der Quartierswerkstatt und einem Online-Dialog gesammelt und gemeinsam diskutiert. Aktuell wird ein Konzept erarbeitet um diese Vorschläge und Wünsche für den Zenettiplatz umzusetzen. Ab August 2018 ist dann der „neue“ Zenettiplatz für alle Bürgerinnen und Bürger live erlebbar!
Weitere Infos zu den Ergebnissen aus den verschiedenen Beteiligungsformaten und wie sie sich einbringen können finden Sie unter: https://www.beteiligung.city2share.de

Arbeitsschwerpunkt „Öffentlicher Raum“

Die Gestaltung des öffentlichen Raums – der Wege, Straßen, Grünanlagen und Plätze – ist für die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner einer Stadt essentiell. Hierbei spielt der öffentliche Raum für weit mehr als Verkehr und Mobilität eine Rolle: Gerade in dicht besiedelten Ballungsräumen braucht es ebenso Platz für Erholung und Orte des gesellschaftlichen Austauschs.

Mobilität ist heute ein Grundbedürfnis der urbanen Bevölkerung - gleichzeitig ist der Wunsch nach mehr Freiräumen und Ruheoasen spürbar. Aus diesem Grund ist öffentlicher Raum ein stark umkämpftes Feld. Ob auf dem Fahrrad, im Auto, oder zur Entspannung im Park – alles braucht seinen Platz und dieser muss fair verteilt und gestaltet werden.

Um Mobilität für alle Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten, bedarf es alternativer Mobilitätslösungen, die einen einfach und schnell an‘s Ziel bringen – insbesondere auch ohne eigenes Auto.

Durch das Schaffen von Mobilitätsstationen wird das Angebot für individuelle und flexible Mobilität maßgeblich erweitert. Ziel ist es, ebenso die Aufenthaltsqualität im Viertel spürbar zu erhöhen – indem langfristig öffentliche Plätze geschaffen werden, die derzeit ausschließlich dem Kfz-Verkehr zur Verfügung stehen.

Am Zenettiplatz ist diese neue Raumaufteilung nun bald erlebbar: die Bauphase startet in Kürze und die Wünsche und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger werden nun umgesetzt. Ab Sommer 2018 ist dort eine Mobilitätsstation mit umfassenden Mobilitätsangeboten, sowie ein Ort des Austauschs und zum Verweilen zu finden!

Arbeitsschwerpunkt „Elektromobilitätsstationen“

SWM/MVG errichten gemeinsam mit verschiedenen Projektpartnern im Glockenbachviertel, der Ludwigsvorstadt und Untersendling bis Mitte 2018 vier unterschiedlich ausgestattete Mobilitätsstationen. Damit erweitern sie ihr persönliches Angebot für individuelle und flexible Mobilität.

Ziel ist es einerseits, die Aufenthaltsqualität im Viertel spürbar zu erhöhen – indem langfristig öffentliche Plätze geschaffen werden, die derzeit ausschließlich dem Kfz-Verkehr zur Verfügung stehen. Zudem wird dadurch ein attraktives und umweltfreundliches Mobilitätsangebot geschaffen, das für alle Bürgerinnen und Bürger leicht zugänglich und verfügbar ist. An den Mobilitätsstationen werden die meist bereits vorhandenen Angebote des ÖPNV mit individuellen und flexiblen Mobilitätsbausteinen verknüpft: dazu zählen Carsharing-Dienste, Elektrocarsharing, die Bereitstellung von entsprechender Elektro-Ladeinfrastruktur – stellenweise auch für private Nutzer – sowie das Mietradsystem MVG Rad. Erstmals werden auch MVG eRäder zur Verfügung gestellt.

Um die Nutzerakzeptanz von Elektromobilität zu erhöhen, muss sowohl für verfügbare und geladene Fahrzeuge als auch für ausreichend Stell- und Ladeplätze gesorgt werden. Dies stellt Betreiber von e-Sharing-Systemen vor enorme logistische Herausforderungen. Wie diese Herausforderungen gut bewältigt werden können und welche Wirkung ein solches Mobilitätsangebot tatsächlich erreicht, wird zusammen mit den Projektpartnern DriveNow und MVG innerhalb des Quartiers erprobt und evaluiert.

Das Angebot an Mobilitätsstationen soll ermöglichen, auf das eigene Auto ohne Einschränkungen zu verzichten. Gerade Personen, die nicht täglich auf den Pkw angewiesen sind, nutzen zunehmend die Angebote nachhaltiger Mobilität, also öffentliche Verkehrsmittel, Fahrräder, gehen zu Fuß oder nutzen E-Sharing-Angebote. Das Wegfallen von privaten Pkws reduziert den Parkdruck und schafft langfristig Freiräume bei der Stadtgestaltung.

Arbeitsschwerpunkt „Analyse und Forschung“

Wissenschaftliche Begleitforschung: Um die Maßnahmen von City2Share auf ihre Wirksamkeit, Übertragbarkeit sowie Möglichkeiten zur Verstetigung zu untersuchen, führen das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) und die TU Dresden die wissenschaftliche Begleitforschung durch. Im Mittelpunkt stehen zum einen die Mobilitätsstationen und das Mobilitätsverhalten der Anwohnenden der Modellquartiere und zum anderen die Umsetzungsprozesse im Projekt sowie der Wissensaustausch zwischen den Projektpartnern und weiteren deutschen Kommunen.

Mobilitätsstationen für eine multimodale Mobilität? Eine der zentralen Fragen in City2Share zielt auf die Wirkungen neuer Mobilitätsangebote und  stationen in innerstädtischen Wohnquartieren ab. Mit einem Vorher-Nachher-Vergleich sollen Erkenntnisse über mögliche Auswirkungen der geplanten Maßnahmen auf das Mobilitäts- und Nutzungsverhalten der Anwohnenden in den Modellquartieren erlangt werden. Um hierfür die nötigen Vergleichsdaten zu generieren, führt das Difu Fokusgruppendiskussionen mit unterschiedlichen Zielgruppen (u.a. Ruheständler/-innen, Familienhaushalten, etc.) zu drei Zeitpunkten durch. Parallel dazu werden auch die MVG-Rad-Nutzenden durch die Münchener Verkehrsgesellschaft befragt, sowie eine umfangreiche Haushaltbefragung seitens der Stadt München durchgeführt. Auf Basis dieser Erhebungen und weiterer Verkehrsdaten werden mögliche Veränderungen im Mobilitätverhalten untersucht.

Wissen für die Kommunen: City2Share bringt durch seinen Pilotcharakter wesentliche Erkenntnisse über neue Mobilitätsangebote hervor. Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt des Difu ist die Aufbereitung und Analyse dieser Ergebnisse und die Organisation des Wissensaustauschs zu den Handlungsschwerpunkten von City2Share. Bei drei Städtenetzwerktreffen werden verschiedene Projektbestandteile mit 14 anderen deutschen Städten diskutiert. Ziel ist es, die Übertragbarkeit der Maßnahmen auf andere Kommunen zu untersuchen und die Erfahrungen der anderen Städte in den Umsetzungsprozess von City2Share einfließen zu lassen. Am Ende des Projekts wird ein übergreifender kommunaler Handlungsleitfaden entwickelt, um die Ergebnisse in strukturierter und handhabbarer Form zur Verfügung zu stellen.

Arbeitsschwerpunkt „e-Logistik“

Immer mehr Menschen zieht es in den urbanen Raum – gleichzeitig hält der Boom des Online-Versandhandels weiter an. Dies stellt Zulieferer vor immer größeren Herausforderungen, Lieferungen schnell und zuverlässig zum Kunden zu bringen: und das umweltgerecht und nachhaltig.

Für uns ist es in den City-Logistik-Projekten essentiell, in einem Umfeld von stetig wachsender Verkehrsbelastung in den Innenstädten für Entlastung zu sorgen – bei gleichzeitiger Gewährleistung aller Paketzustellungen und -abholungen. Dazu werden sogenannte Mikrodepots eingesetzt, die als zentrale Anlaufstelle für alle Zustellungen in unseren Quartieren in der Innenstadt dienen.

Seit dem Start der aktiven Phase im Projekt City2Share im Juli 2017 setzt UPS in München auch auf dieses nachhaltige Lieferkonzept. Drei Container werden jeden Morgen am Kidlerplatz, am Glockenbach sowie in der Zenettistraße aufgestellt. Von den Depots aus setzt UPS ausschließlich Lastenräder (konventionelle und elektronisch unterstützte) für die Zustellung der Pakete in den Quartieren ein. Abends werden die Container wieder in das nahegelegene UPS Center gebracht, wo sie wieder für den kommenden Tag beladen werden.

Mithilfe dieser Lastenräder gibt es durch den UPS-Lieferverkehr in Untersendling und in der Isarvorstadt keine Schadstoffemissionen mehr – pro Jahr werden dadurch 65 Tonnen CO2 in unseren Quartieren eingespart.

Fördermittelprogramm

City2Share wird im Rahmen des Förderprogramms "Erneuerbar Mobil – Förderung von Forschungsvorhaben zum Thema Elektromobilität" des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert. Die gemeinsame Vision der im Förderprogramm geförderten Vorhaben ist das Elektroauto als marktfähige Umweltinnovation. > mehr